1.4 Millionen € Steuergeld zu 60% aus Fördermitteln. Delmenhorst plant jetzt seine Gated Community für den Wochenmarkt. Diese Investition in Absperrungen für nur in Ausnahmefällen genutzte Bereiche der Innenstadt, ist ein schönes Beispiel für Symbolpolitik im Wahlkampf. Denn es gibt kein konkretes Bedrohungsszenario – nur diffuse Angst vor dem, was passieren könnte. Ausgelöst durch Medienkonsum. Also sollen jetzt u.A. hydraulische Sperrpoller her. Delmenhorst wird #Pollermusterstadt.

Abgesichert werden menschenleere Bereiche, außer zu Zeiten mit den letzten 4 aussterbenden Traditionsfesten. Wasserkanister haben diesen Job bisher gut und günstiger erfüllt. Ziel des Fördermittelfonds „Resiliente Innenstädte“ aus dem man sich mal wieder bedienen möchte, ist eigentlich, dass sich Kommunen besser gegen die Folgen der Klimakatastrophe aufstellen, klimagerechte Mobilität und Umwelt, Erhöhung von Akzeptanz und Kreativität, Schaffung von Lebendigkeit und Nutzungsvielfalt. Andere Kommunen haben damit tolle Projekte an den Start gebracht, die Menschen verbinden und die Kommune stärken. Was Delmenhorster Konservativen im Wahlkampf dazu einfällt, ist die Absicherung eines toten Bereiches, um diffuse Ängste zu bedienen. Aus dem gleichen Fond wurden hier schon die geplatze Deluminous Blase und die nicht fahrende Bimmelbahn angeschafft. So gesehen steht diese Idee schon in einer gewissen sinnlosen Tradition der Geldverschwendung.
Ja es gibt Anforderungen an die Kommunen, Veranstaltungsorte abzusichern. Nur gibt es im Grunde kaum noch nennenswerte Veranstaltungen in Delmenhorst. Für die wenigen Traditionsfeste genügen bislang die üblichen Wassercontainer. Günstiger und transportabel. Nun sollen es jedoch stellenweise fest installierte, hydraulisch ausfahrbare Poller werden.
Helfen diese Poller etwa gegen Drohnen? Dabei ist es der gesellschaftliche Zusammenhalt der Menschen, in den man investieren müsste. Nicht nur finanziell, nein, auch politisch. Diese unbegründete und nutzlose Absicherung sind die nächsten „goldenen Wasserhähne“, die es laut der Oberbürgermeisterin Petra Gerlach eigentlich nicht geben sollte. Aber diese Dame findet auch die Probleme der Kulturförderung gelöst und möchte nicht kritisiert werden.
